Digitale Quittungen haben Umweltauswirkungen

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Digitale Quittungen haben Umweltauswirkungen

Produkte und Dienstleistungen der Informations-  und Kommunikationstechnologie (IKT) erfordern weltweit immer mehr Energie und nicht erneuerbare Rohstoffe (darunter Seltenerdmetalle). Zudem erzeugen sie riesige Mengen an Elektroschrott.

Der IKT-Sektor ist weltweit für rund 3,6 % des Energieverbrauchs und 1,4 % der CO2-Emissionen verantwortlich.1 Bis 2025 dürfte der Anteil am globalen Energieverbrauch je nach Prognose auf 9 % bis knapp 21 % ansteigen.2 Hingegen erzeugen die Holzverarbeitungs- und Druckindustrie nur 1 % der globalen CO2-Emissionen. Kaum eine Branche emittiert weniger Treibhausgas.3,4

Die weltweit von E-Mails erzeugten Emissionen werden auf 300 Millionen Tonnen CO2 jährlich geschätzt – das entspricht 63 Millionen Autos.5

Der überwiegende Teil der Elektronikproduktion, von der Chipherstellung bis zur Endmontage, konzentriert sich auf Asien, wo die Stromerzeugung auf fossile Brennstoffe, insbesondere Kohle, angewiesen ist. Erneuerbare Energien sind kaum anzutreffen.6

Eine Analyse von 113 IKT-Unternehmen in den USA ergab, dass nur 14 % der 2014 verbrauchten Energie aus erneuerbaren Quellen stammten7 – weitaus weniger als in der Papier- und Holzverarbeitungsindustrie, die zu den größten industriellen Nutzern erneuerbarer Energien zählt.

Elektroschrott ist ein wachsendes Problem aufgrund der kurzen Lebensdauer und niedrigen Recyclingquoten von elektronischen Geräten. So bleibt ein Smartphone in den USA, in China und in typischen EU-Ländern durchschnittlich kaum mehr als 18 bis 24 Monate im Einsatz.8

Nur 20 % des weltweit anfallenden Elektroschrotts werden recycelt. „Die wachsenden Mengen an Elektroschrott sowie seine unsachgemäße und unsichere Behandlung und Entsorgung durch offene Verbrennung oder auf Deponien verursachen erhebliche Risiken für die Umwelt und die menschliche Gesundheit.“ Im Jahr 2016 erzeugte Asien den meisten Elektroschrott (18,2 Mt), gefolgt von Europa (12,3 Mt) sowie Nord- und Südamerika (11,3 Mt).9

Zu den gängigen Gefahrstoffen in Elektroschrott zählen Schwermetalle (wie Quecksilber, Blei, Cadmium usw.) und Chemikalien (wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe und verschiedene Flammschutzmittel).10

Hinzu kommt ein steigender Rohstoffbedarf: Ein durchschnittliches Elektronikprodukt enthält mehr als 60 Werkstoffe – darunter wachsende Anteile von seltenen Erdmetallen, die nur begrenzt verfügbar sind.11

Quellen
  1. Malmodin und Lunden, 2018 https://www.mdpi.com/2071-1050/10/9/3027/htm#B17-sustainability-10-03027
  2. Anders, A., 2017. Total Consumer Power Consumption Forecast. https://www.researchgate.net/publication/320225452_Total_Consumer_Power_Consumption_Forecast
  3. Ecofys, 2017. https://docs.wbcsd.org/2017/06/Ecofys_report.pdf
  4. Dies umfasst die Herstellung von Holzprodukten (u. a. Schnittholz, Sperrholz, Furniere, Holzbehälter, Holzböden, Dachstühle/Balken, vorgefertigte Holzbauten) sowie von Zellstoff, Papier und verarbeiteten Papierprodukten.
  5. Untersuchung von Two Sides North America (2018) anhand von Statistiken von Berners-Lee, M., 2010; Radicati Group, 2015; EPA, 2018
  6. Greenpeace, 2017. https://www.greenpeace.org/usa/reports/greener-electronics-2017/#ref11
  7. National Renewable Energy Laboratory, 2015. www.nrel.gov/news/press/2015/19551.html
  8. Global E-Waste Monitor, 2017. http://collections.unu.edu/eserv/UNU:6341/Global-E-waste_Monitor_2017__electronic_single_pages_.pdf
  9. Global E-Waste Monitor, 2017. http://collections.unu.edu/eserv/UNU:6341/Global-E-waste_Monitor_2017__electronic_single_pages_.pdf
  10. Global E-Waste Monitor, 2017. http://collections.unu.edu/eserv/UNU:6341/Global-E-waste_Monitor_2017__electronic_single_pages_.pdf
  11. Kasulitus and Babbitt, 2018. Dematerialization and the circular economy. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/jiec.12756

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Verbraucherbericht

Hierin sind die Ergebnisse einer internationalen Umfrage zu den Einstellungen von Verbrauchern gegenüber Papierquittungen aufgeführt.

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